Mittwoch, 20. April 2011

Tore sind besser - Siege sind geil!

Union Innsbruck - SC Bregenz


Es gibt nicht viel geschichtsträchtiges an dieser Begegnung(der größte Erfolg der Tiroler in der 45 jährigen Vereinsgeschichte stellt der Aufstieg in die Regionalliga West dar). Deshalb muss diesmal ein lustiger Zufall dieses Kapitel ausfüllen. Die Vienna reiste mit dem Zug von Bludenz aus zurück nach Wien, und teilte sich mit der Bregenzer "Auswärtsfahrermeute" einen Wagen. Auch unter den Mitfahrern Ernst Dospel, bei der legendären Nichtabstiegsparty 2003 im Horr auf dem Platz, der jetzt der Vienna hiflt den Abstieg abzuwenden. Wenn die ersten Spieler, die doch noch in relativ jungen Jahren bei großen Spielen der Vergangenheit auf dem Platz standen, jetzt schon im Spätherbst der Karriere stehen, merkt man selbst wie die Zeit vergeht. Nur die Spieler in den Momentaufnahmen werden nie älter und die Bilder vom Spiel am 29. Mai 2003 sind noch so klar wie vor knapp 8 Jahren.


Bis der großteil unserer Spieler dem Ende ihrer Karriere gegenübersteht wird wohl auch noch einige Zeit vergehn. Die junge Truppe, das gute Kollektiv zeigt bisher eine tolle Spielanlage. Nur der Frust über die nicht erzielten Tore aus der Überlegenheit stieg die letzten Spiele erheblich an. Bei den Innsbruckern gab es nach der 7:0 Niederlage gegen die Dosen Amateure wohl auch einiges zu verarbeiten.


Das Spiel begann wie so viele andere von uns in letzter Zeit. Man nahm das Heft in die Hand und zog das Spiel auf. Wenn ein Unterschied zu erkennen war, dann der Wille, der wohl noch etwas größer war als zuvor. So wurde schnell und gut nach vorne kombiniert und Druck gemacht. Doch das 1:0 lässt sich als Geschenk bezeichnen. Der junge Ersatzgoalie der Gastgeber warf den Ball Marco Feuerstein quasi vor die Füße, der lies sich nicht 2 mal bitten und es stand 1:0. Nach unserer Führung kamen auch die ansonsten harmlosen Innsbrucker erstmals vor unser Tor. Doch die Verteidigung und auch unser Torhüter kamen in Hz 1 niemals ernsthaft in Gefahr.

Offensiv lief es auch sehr gut und die Hintermannschaft der Tiroler hatte alle Beine voll zutun. Zentral verteilten Karahasanovic, Lingg und Ellensohn die Bälle an die Aussen. Dort sorgten die aufgerückten Aussenverteidiger (Yildiz übernahm die rechte Seite für den verletzten Grabherr, links Neunteufel) zusammen mit Pekala und Breitenberger für Gefahr. Einzige Spitze Feuerstein in der neuen Rolle als flinker Strafraumstürmer (die noch Spielpraxis missenden Yilmaz und Plattner nur auf der Bank). In Minute 20 war es dann Pekala der von links in den Strafraum marschierte, den Ball scharf an den langen Pfosten spielte, wo Breitenberger nur noch einschieben musste. 2:0. Doch unser Team spielte weiter so als wären noch keine Tore gefallen. Marco Feuerstein verfolgte einen steilen Pass in den Strafraum als ihn der Union Schlussmann plump von den Beinen holte. Glasklarer Elfmeter, Toptorschütze Christoph Fleisch versenkte ihn souverän und schoss damit Saisontor Nummer 7, auf das er auch noch per Fingerzeig extra hinwies (Damit hat er bei uns in einer Saison genausoviele Tore erzielt wie vorher in seiner gesamten Karriere!).

Mit 3:0 ging es in die Pause. Die Anspannung wich aber kein bisschen von meinem Gesicht, noch zu präsent waren all die verlorenen Punkte nach klarer Führung. So wurde die Zeit in der Pause damit verbracht alle Spieler weiterhin auf Kurs zu halten und auf Spannung zu halten. Unser Team kam als erstes wieder zurück auf den Platz, und unser Team legte auch gleich wieder ordentlich los. Offensiv vielleicht nicht mit unbedingt mit dem Schwung wie im ersten Durchgang, aber kompromisslos in der Verteidigung. Die Räume für Konter wurden allerdings auch größer, und in Minute 60 nach einem Ballverlust im Aufbauspiel der Innsbrucker war Pekala auf und davon, marschierte von links in den Strafraum und versenkte die Kugel unhaltbar im Netz.

Offensiv machte man im Anschluss das Notwendigste (unsere beiden Standard Stürmer kamen noch zum Einsatz), für ein weiteres Tor reichte es aber nicht. Defensiv fehlte hingegen hier und da die Konzentration. Und so war es ein dummes Missverständnis von Christoph Fleisch und Predi Zivanovic, das die Null hinten verhinderte. So stieg der Blutdruck trotz noch immer 3 Toren Vorsprung nochmal gehörig an, bis dann in Minute 87. der Blick auf die Anzeigetafel eine gewisse Ruhe einkehren lies. Der Schiri Pfiff pünktlich ab und die Freude und vorallem die Erleichterung waren groß. Die Mannschaft verabschiedete sich noch geschlossen und wenn man diese Leichtigkeit in diese Trainingswoche und das nächste Spiel mitnehmen kann sollte Seekirchen kein Stolperstein werden.


Aufregung gab es ansonsten keine, auch wenn das Gesprächsthema Nummer 1 natürlich das kommende Geisterspiel gegen die Salzburger Austria war. Auch die Szene Bregenz nahm nochmal Stellung dazu mit dem Spruchband "Union - mehr am grünen Tisch als am grünen Rasen". Große Aufregung bereits beim Aufhängen bei allen Verantwortlichen, doch die Message kam auf jeden Fall an. Die anschließende Diskussion mit Ordnern über den Inhalt des Spruchbands und die Opferrolle der Union waren allerdings recht zäh. Allgemein überdurchschnittlich viele Motzkis am Platz, selbst mitten in Innsbruck ist die "wos, a auswärtiger" Mentalität noch weit verbreitet. Der Unionplatz selbst, der dem Reichenau Platz an Miniaturgröße fast in nichts nachsteht, konnte teilweise mit Billardkugelgroßen Steinen aufwarten, große grasfreie Flächen, immer wieder staubte bei Zweikämpfen der Sand auf. Es scheint als wäre der Sportplatz der abgerissenen Kaserne noch immer täglichem Exerzierdienst ausgeliefert. Sahara wäre wohl ein netter Spitzname für diesen regionalligatauglichen Platz Acker, der abgesehen von der zentralen Lage nichts zu bieten hat, auch wenn man ihn mit der neu errichteten überdachten Stahlrohrsitzplatztribühne laut Aussage des Union Obmanns zu einem regionalligatauglichen "kleinen Schmuckkästchen" ausgebaut hat (bitte mit den Bildern selbst eine Meinung bilden).
 
Fantechnisch wars wieder der ultimative "Sieg" der Qualität über die Quantität. Auch wenn man unbedingt noch den Breitenberger Clan erwähnen sollte, es war etwas dürftig. Allgemein gilt für uns aktive Fans weiterhin sich der neuen Realität Regionalliga zu stellen - Arsch hochkriegen - auswärtsfahren (jetzt an die Leute aus der Kurve gerichtet). Für alle anderen gilt - schauts euch die Spiele unseres Teams in der Regionalliga an so lange es noch geht. Wer jetzt schon nicht auswärts fährt, wie will der oder diejenige dann bitte an einem Freitag zur Vienna oder nach Linz kommen. Schreibt einfach eine Email an: bnsb05@gmx.at, oder sprecht uns im Stadion an. Es fährt IMMER jemand zu den Spielen, ihr wärt nie allein. Dass es sich lohnen kann zeigt allein das letzte Spiel in Innsbruck. Es gibt immer etwas an dass man sich errinert, das bleibt. Und auch wenn nach Niederlagen der Frust oft tief sitzt und man sich fragt, warum man es sich überhaupt antut. Haben wir (der großteil der ewigen Treuen) in Wahrheit eine Wahl?

I'm addicted and i just can't get enough!



PS: ein Tipp an alle, die zufällig die Kantine am Fennerplatz besuchen: Bestellt einen "Leabahoka", die Küchencrew weiss inzwischen was gemeint ist und wird euch als Vorarlberger identifizieren.






Dienstag, 12. April 2011

Kontrolle ist gut - Tore sind besser!

Schwarz-Weiss Bregenz - FC Hard

Das Bodenseederby, spätestens seit Wiedergründung wieder eines der spezielleren Spiele. Die volle Haupttribühne beim ersten Aufeinandertreffen in letzer Zeit, das bittere Aus in der ÖFB Cup Vorrunde 2009 und die bis letztes Jahr anhaltende "auswärts nicht gewinnen können" Serie, ganz abgesehen davon, dass sich Hard wie ein Pickel an die Landeshauptstadt, dem schönsten Ort am Bodensee "anschmiegt" und seinen Glanz mitbeansprucht (ein bisschen  übertriebene Derbyatmosphäre im Blog darf ja wohl erlaubt sein, solang sich die Luschis in Liga 2 noch mit Niederlagen gegen die Vienna und "öffentlichen" internen Online Foren rumschlagen :D).


Zuerst die Überraschung, dass wir wieder ohne gelernten Stürmer ins Spiel gehen. Ob es der gesundheitliche Zustand oder der fehlende Konkurrenzdruck im Training ist, der Buri Yilmaz auf die Bank "verbannte" lässt sich nur spekulieren (Antwort bitte fit und von Anfang an gegen die Union geben!) Das Spiel begann flott, wurde aber mit der Zeit immer zerfahrener. Erste gute Chancen wurden sich erspielt, aber am Ende war es ein "stumpfer Pfeil" der sich den Weg in den Harder Strafraum bahnte. Offensiv konnte nur in den wenigsten Momenten richtig Gefahr entstehen. Ansonsten war der Schlussmann des FC zur Stelle. Dazu kommt noch: 0 von 16 Ecken erfolgreich verwertet. Ohne Stürmer sollte man, gerade mit kopfballstarken Verteidigern, auf Standards setzen. Hier gilt es anzusetzen! Von Hard gab es nur Nadelstiche, welche bis dahin wenig bis keinen Schaden anrichteten. Im 2. Durchgang war es dann ein kapitaler Fehler der Harder Hintermannschaft im Aufbauspiel, der dem neuen Torjäger Marco Feuerstein den Weg ebnete. Im Alleingang versenkte er den Ball vorbei an Stadelmann ins Tor.

Von hier an startete die beste Phase unseres Teams. Von über 1000 Zuschauern angetrieben wurde sich Chance um Chance erspielt, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Es war kein blinder Sturmlauf, im Gegenteil, jede weitere Chance wurde sich konzentriert erspielt, keine blöden Ballverluste im Aufbauspiel. Und doch, einer der Harder Nadelstiche traf 15 Minuten vor Schluss direkt am in dieser Szene machtlosen Predi vorbei ins Bregenzer Fussballherz. Und dieser Ausgleich schien auch unser ganzes Team, dass bis dahin die Harder und das Spiel klar dominierte, zu lähmen. Nun ja, fast das ganze Team. Nur Predrag Zivanovic ist es zu verdanken, dass uns am Ende wenigstens ein Punkt bleibt. Aus Frust über den Ausgleich wurde auch unsere kompakte Aufstellung durchgewirbelt, Bälle im Aufbau leichtfertig verloren und Hard ins Spiel gebracht. Wenn in der Nachspielzeit Pekala im 5er den Ball versenkt wäre das alles egal gewesen, doch so stehen aber nach Schlusspfiff eine frustrierte und leicht desillusionierte und eine motivierte, aber ob der vergebenen Chancen am Schluss enttäuschte Elf auf dem Platz.


Fantechnisch startete man für ein Derby entsprechend feurig, mit schwarzem und weißem Rauch inkl. Bengalen und einem Fahnenmeer, ergab ein nettes Bild. Danach die ersten 10 Minuten und immer wieder zwischendurch ein paar Hochs, sonst durchschnittlich. Erfolgreich auf jeden Fall die interne Aktion für die Stimmung, der hintere Bereich der Tribühne wurde "wegen Stimmungstod" gesperrt. In Hz 2 war es kurz vor und nach dem Tor wieder top, nach dem Harder Ausgleich war die Kurve zu angespannt um noch vernünftig Stimmung zu machen. Die Mannschaft wurde trotzdem mit viel aufmunterndem Applaus verabschiedet! Auf jeden Fall eine klare Steigerung im Vergleich zum Höchst Spiel. Kopf hoch und ab zur Union!


Was bleibt jetzt übrig? Natürlich, nach der gezeigten Leistung über 70 Minuten kann man zufrieden sein, aber ein Fussballspiel dauert eben 90 Minuten. Und das einzige unterm Strich das zählt, sind die Tore. In dieser Rückrunde sind die Ergebnisse vielleicht nicht das Wichtigste, aber wenn man nach diesem Saisonstart mit dieser Mannschaft (trotz den Abgängen) am Ende der Saison im ABSTIEGSKAMPF landet (und ich erwähne dieses Wort nur einmal, und es wird hoffentlich das letzte Mal sein, dass ich es in den nächsten Jahren oder am besten Jahrzehnten erwähnen muss.), dann läuft etwas gewaltig falsch.

Manuel Plattner hat bisher nur ein Spiel gemacht, und zwar in Bürs. In Andelsbuch lief er sich (im Gegensatz zum offiziellen Bericht in dem er angeblich eine Hz gespielt hat) lediglich warm. Burhan Yilmaz hat jetzt auch erst knapp ein Spiel in den Beinen. Klar, wir bräuchten noch einen fitten Stürmer, aber bis Sommer ruhen die Hoffnungen der Fans und auch der Druck auf den Schultern von Yilmaz und Plattner. Wir können sonst einfach nichts machen, Mladen Posavec kann keinen Stürmer aus dem Hut zaubern. Es nervt sich immer nur auf die gute Spielanlage und das kontrollierte Spiel vertrösten zu müssen, aber besser als zu Hause vom kleinen Nachbarn mit 0:3 abgeschossen zu werden.

Bleibt der Vorwurf an den Trainer und die sportliche Leitung nicht für entsprechenden offensiven Ersatz gesorgt zu haben. Größere Ausgaben waren nicht geplant und mit den schweren Verletzungen all unserer Offensivkräfte kann man selbst bei bester Planung nicht rechnen. Der Wintertransfermarkt ist meistens mit unzufriedenen Spielern gefüllt, des öfteren keine idealen Lösungen. Allerdings sollte die Zusammenstellung der Mannschaft für die nächste Saison in vollem Gange sein. Eine offizielle Meldung zu einer möglichen Verpflichtung von Ueverton da Silva wäre da schon mal ein erstes positives Signal.

Ich glaube nicht daran, dass wir weiter nach unten abrutschen werden, wenn wir weiterhin unser Spiel in einer Art und Weise aufziehn wie letzten Samstag. Nur sollte der offensive Knoten nicht langsam aufgehn, wird der Druck nicht kleiner, die Frustration auf den Rängen größer und somit das Umfeld angespannter. Ob die Mannschaft auch in dieser Umgebung funktioniert werden wir in den nächsten Wochen erfahren.





Dienstag, 5. April 2011

Salzburg auswärts - damals und heute

Austria Salzburg - Schwarz-Weiss Bregenz


Es war der 29.5.2005. Der bis dahin wohl heißeste Tag der Jahres, Backofentemperaturen, und zugleich das letzte Bundesligaspiel von beiden Klubs. Damals machten sich ganze 4 Bregenzer auf zum Auswärtsspiel in die Mozartstadt. Zu Ihnen gesellten sich lediglich ein paar unbekannte Jugendliche aus Freilassing. So waren dann knapp 10 Leute im, für das Rapid Heimspiel zuvor noch immer vergrößerten, Gästesektor. Das Spiel passte sich den Temperaturen an. Der 2:1 Ehrentreffer nach einem Freistossabpraller von Markus Krautberger(der später auch noch in der Regionalliga ein paar Spiele für uns machen sollte) brachte noch einen letzten Torjubel inkl. einer netten, intimen Party. Als mit dem Schlusspfiff die für Ihre Farben und Ihre Tradition protestierenden Salzburger das Feld stürmten sagte man mit Wehmut der Bundesliga auf Wiedersehn, und stand die nächsten Monate ohne Verein da.


Knapp 6 Jahre sind seitdem vergangen. Nach Neustart und anfänglicher totaler(aber um die überlebensnotwendigen Sponsoren zu finden und die Jugendmannschaften, die 70% unserer ersten Mannschaft stellten, weiter halten zu können, notwendiger)offizieller Abgrenzung vom Vorgängerverein spielen wir wieder in unseren traditionsreichen Farben und auch die Unbenennung ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Salzburger Austria, nach einem halben Jahr in Spielgemeinschaft mit dem PSV in der untersten Salzburger Liga eingestiegen, mischte das gesamte Unterhaus im zentralösterreichischen Bundesland auf und so kam es in der Rückrunde auch wieder zu einem Auswärtsspiel gegen die Violetten.

Die Vorzeichen standen allerdings Fantechnisch nicht allzu gut. So richtig mobilisieren konnte man nicht. Allerdings sieht man langsam der Realität Regionalliga in die Augen. Auch zu Bundesligazeiten waren wir nie in Massen auswärts vertreten(Nach dem Aufstieg ein Jahr nach der Lustenauer Austria kannte der normale vorarlberger Erfolgsfan schon einige Auswärtsstadien), der kleine harte Kern festigte sich jedoch. Speziell in Salzburg stellte man den ein oder anderen guten Auswärtsmob mit entsprechendem Support. Für Regionalligaverhältnisse war auch der Mob an diesem Tag nicht schlecht. Nur sich der Realität zu stellen, auch zu größeren Spielen nicht mehr alle alten Bundesligamitfahrer motivieren zu können, ist nicht einfach, aber für eine Weiterentwicklung der Szene unabdinglich. "Wenige aber geil" war schon in der Bundesliga das Motto, jetzt gilt es das ganze wieder in der Regionalliga auszuleben. Dieses "Abenteuer", solange es noch anhalten wird, auszukosten, bevor man im Profi-Alltag wieder 4 mal pro Saison gegen den gleichen Gegner spielt. Choreotechnisch und vom Liederrepertoire her sind wir auf einem sehr guten Niveau. Wenn jetzt noch die Anzahl der Supportwilligen nicht so schwankend wäre und die Zahl der Allesfahrer steigt muss man sich um die Zukunft unserer Kurve keine Sorgen machen.

 
So machte sich zum fantechnisch wohl bedeutensten Spiel der letzten 6 Jahre ein halb voller Bus aus Bregenz auf nach Salzburg. Verstärkt von der Sektion Wien, Gästen aus Pasching und einigen Studenten stellte man dann etwa 25 Auswärtsfahrer (Extra Grüße gehen an einen Hopper aus Statzendorf). Ab der Raststätte Walserberg von 4 zivilen Autos begleitet ging es über einen großen Umweg nach Maxglan. Ingesamt war die Staatsmacht mit etwa 35 Beamten im Einsatz (zusätzlich bei der Rückfahrt ca 8 zivile Beamte aus Rosenheim, die uns bis München begleiteten). Positioniert wurde man, im Gegensatz zu Luschi Grün, allerdings direkt hinter dem Zaun am Trainingsplatz. In dieser Angelenheit ließen sich die Salzburger Behörden ebenso wenig zur Vernunft bringen, wie bei den 30 zusätzlichen Ordnern, die die Austria für dieses Spiel stellen musste. Die vereins- und offensichtlich auch kurveneigenen Ordner waren allerdings sehr entgegenkommend. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Behörden und Medien statt Panikmache und Gefängnisatmosphäre den Fans entgegenkommen. Wann diese Vernunft allerdings in den Redaktionen und Amtsstuben ankommt bleibt eine offene Frage.

Vor dem Spiel sorgte ein Blick in die violette Stadionzeitung noch für ein schmunzeln, sagte doch unser Trainer im Interview: "Wir wissen das es bei der Austria besonders schwer ist, neben unserem (Anm. den Fans des SC Bregenz) Anhang hat die Salzburger Austria die besten Fans in der Regionalliga, aber wir kommen nicht mit weißen Fahnen und lassen die Punkte freiwillig in Salzburg". Da wollte man den Trainer natürlich in seiner Aussage bestätigen ;) Zaunfahnen und Choreo wurden vorbereitet. Kurz vor dem Einlauf gab es hinter der Fahne mit der Aufschrift "Schwarz + Weiss" kleine passende Fähnchen zu sehen. Zum Einlauf dann Zentral ein "=" Zeichen und ein Herz aus Pappe und statt den kleinen Fahnen Schwenker in Schwarz bzw. Weiss mit Herzen. Ergab trotz starkem Gegenwind und nicht idealem Platz doch ein sehr nettes Bild.

Danach gab man sich alle Mühe sich lautstark bemerkbar zu machen, aber wohl nur die aufmerksamsten Lauscher in der Salzburger Heimkurve werden uns wirklich vernommen haben, auch wenn wir für die Anzahl, traditionellerweise, eine nette Lautstärke erreicht haben und man durchgehend in Bewegung war.

Das Spiel begann und obwohl im Kader, spielte der auf dem Papier einzige fitte Stürmer Buri Yilmaz nicht von Anfang an. Die Austria drückte auch ziemlich und nur selten fanden wir den Weg in den gegnerischen Strafraum. Dazu eine sehr ruppig geführte Partie von Salzburger Seite. Immer wieder harte Zweikämpfe, auch unsere Abwehr wusste sich das ein oder andere mal nicht anders zu helfen als mit einem Foul. So auch, als der Schiedsrichter nach knapp 20 Minuten Freistoss an der Strafraumecke direkt vor unserem Sektor pfiff. Ex Bundesligaspieler und Neuerwerbung Sonko Pa legte sich den Ball zurecht und schoss ihn über Predi direkt ins Kreuzeck.

Nach ca 10 Sekunden setzte aber bei uns im Sektor die Trotzreaktion ein, "5 zu 1" Sprechgesänge begleiteten unser Team zum erneuten Anstoss, es schien aber eher die Heimmannschaft zu errinern wofür man sich an diesem Tag revanchieren wollte. Gerade mal eine Minute nach dem 1:0 gab es Chaos im Strafraum. Bevor unsere Nummer 1 den Ball aufnehmen kann wird er im 5er quer gespielt und ein völlig freier Salzburger schiebt den Ball zum 2:0 ein. Jetzt wurde dann erstmals auch im Gästesektor kurz inne gehalten und tief Luft geholt, während die violette Party in vollem Gange war.

Doch am Einsatz der Mannschaft lag es nicht, sie spielten weiter und kamen zu ersten guten Möglichkeiten. Pekala war es zuerst an der Strafraumgrenze, der den Ball knapp flach am langen Eck vorbeisetzte, bevor er nach einem Eckball komplett freistehend den Ball vom 5er über die Latte schoss. Dies hätte dem Spiel noch eine Wende geben können, doch nach der Pause spielte es die Austria souverän runter. Richtig gefährlich wurden wir nur durch Standards, die wenigen Unaufmerksamkeiten der Gastgeber und schnellen Gegenstöße unsererseits wurden teilweise leichtfertig vergeben.


Stimmungsmäßig passte man sich dem Spiel mehr oder weniger an. Aber weitergesungen wurde pausenlos, wenn auch zeitweise von recht wenigen. Bewegung war da, die letzten 15 Minuten noch ein Dauergesang. Die Curva Viola zeigte in HZ 2 auch für Ihre Verhältnisse einen überdurchschnittlich guten Auftritt. Die für den "Ordnerwahn" Protest zu Spielbeginn mitgebrachten Warnwesten wurden gut eingesetzt. Und nach der Schützei Einlage gab es auch aus unserem Sektor anerkennenden Applaus.

Applaus gab es nach Schlusspfiff zur Verabschiedung auch für unsere 11, der man die fehlende offensive Durchschlagskraft in jeder Phase angesehn hat. Auch ein offensichtlich noch nicht ganz wiederhergestellter Yilmaz konnte nach seiner Einwechslung keine entscheidenden Akzente nach vorne setzen. Die Spieler bedankten sich auch noch direkt am Zaun und waren Enttäuscht wie wir, dass es nicht für mehr gereicht hat. Aber der Einsatz war nicht abzusprechen und gegen eine Heimstarke Austria kann man in der momentanen Verfassung nicht mehr erwarten.

Einzig ein Auswärtstor hätte man sich noch gewünscht, einen Torpogo, einmal völlig ausrasten. Eben genau so wie damals noch in der Bundesliga. Doch auch mit dem 2:0, ein Kreis schließt sich. War es damals vorläufig das Ende für beide Klubs und war es lange nur wehmütige Errinerung, ist es jetzt wieder Alltag, wenn auch sicher kein normaler Regionalliga Alltag. Es war von uns Bregenzern ein Zeichen an Restösterreich das es uns noch gibt, das auch die Kurve noch lebt. Vielleicht vom Tifo her nicht in der gleichen Quantität wie noch vor 6 Jahren, aber Qualitativ besser den je. Es war eine tolle Auswärtsfahrt, die keiner der dabei war missen hätte wollen. Und wir werden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, und dann am liebsten mit 3 Punkten im Gepäck wieder die Heimreise antreten!


So befinden wir uns nach den ersten 3 Spieltagen der Rückrunde also im Mittelfeld wieder. Nächste Woche kommt der FC Hard zum Bodenseederby in die Hauptstadt. Mit einem Sieg wird das Wort mit A wohl garnicht erst in den Mund genommen und mit einer soliden Leistung unseres Kollektivs und einem fitten Stürmer von Beginn an sollte das auch kein Problem darstellen.







Dienstag, 29. März 2011

Wenn der Joker sticht!

Busfahrt nach Salzburg:

Kurzer Hinweis zur Einleitung, zum Spiel gegen die Salzburger Austria macht sich ein Fanbus auf den Weg. Es sind noch ein paar Plätze frei. Der Preis für die Fahrt beläuft sich auf 35 Euro, Abfahrt 10 Uhr beim Bodenseestadion, Rückfahrt direkt nach dem Spiel. Wer zuerst kommt malt zuerst, Interessenten bitte eine Email an: bnsb05@gmx.at




SC Bregenz - FC Höchst

Auf dem Papier klang es von Anfang an nach einer einfachen Aufgabe. Egal wen man nach einer Prognose fragte: 2:0, 3:0. Am Sieg gab es keine Zweifel. Jedoch stieg die Nervosität vor dem Anpfiff zur Heimpremiere 2011 dann doch noch etwas (wobei diese Nervosität in meinem Fall auch an der langen Zeit zum Nachdenken liegen kann, auf dem Heimweg vom Länderspiel am Tag zuvor). Doch zuerst gab es die offizielle Schweigeminute für Wolfgang Glatz. Wie bereits beim Winterpausenreport erwähnt, ein schwerer Verlust der auch in der Szene Trauer hinterlässt. Einmal mehr unser tiefstes Beileid an die Hinterbliebenen.

Nach den ersten Minuten war man erst mal etwas beruhigt. Es ging relativ schnell über die Flügel nach vorne. Der beste Angriff in der Anfangsphase, fast vollendet vom diesmal von Anfang an agierenden Jugendspieler Amar Dzanic, wurde durch ein rüdes Foul an der Strafraumgrenze gestoppt. Der anschließende Freistoß von Samir Karahasanovic (der aus dieser Position 1 von 3 verwandelt) zirkelte den Ball an die Querlatte, im anschließenden Gewimmel im Strafraum konnte kein Schwarz-Weisser entscheidend nachsetzen.

Danach stellten die Höchster ihr Spiel um. Anstatt weiterhin zu versuchen mit unserem Team mitzuspielen, stellte man sich hinten rein und attackierte den ballführenden Spieler im eigenen Drittel mit 2 bis 3 Mann. Unserer Elf fehlten im Anschluss die offensiven Ideen durch fehlende Optionen bzw. Anspielstationen. So versuchte man zwar den Ball zu behaupten, spielte dann aber doch zu oft den Fehlpass oder verlor den Ball schon im Aufbauspiel. Das brachte die Gäste natürlich ins Spiel und angetrieben vom Ex-Bregenzer Igor Manoijlovic kamen sie auch zu einigen Chancen. Unsere Abwehr, die in dieser Phase recht wenig entlastet wurde, konnte sich oft nur noch mit Fouls helfen. Jeweils knapp vor der Strafraumgrenze versuchte sich Igor 2-3mal, traf aber jeweils nur in die Mauer. Auch ein Spaziergang in unserem Strafraum wurde glücklicherweise nicht mit einem Tor gekrönt. Insgesamt attackierte unsere Verteidigung die Gegner einfach zu spät.

Bis zur Pause war man eigentlich nur noch aus der Distanz gefährlich. Samir Karahasanovic setzte den Ball knapp neben den Pfosten. Matthias Nagel wäre da wohl auch dran gewesen, und das war es schon mit Hz 1.

Vor dem Wiederanpfiff war man von der Osttribüne aus dann etwas verwirrt. Wer stand da bereit zur Einwechslung. Breitenberger kann es nicht sein, der wärmte sich bereits auf. Ein 1b-Spieler mit neuer Frisur? Ellensohn kann es auch nicht sein, der hatte ja erst seinen Schlüsselbeinbruch. Aber von der Größe her, von der Figur. Es könnte wirklich sein. Und ab diesem Moment war es eine Mischung aus Euphorie (im Wissen über seine guten wenn auch kurzen Auftritte bei den Testspielen und darüber, dass da tatsächlich ein fitter Offensivspieler zur Einwechslung bereit stand) und Zweifel, ob er denn schon so weit wiederhergestellt ist. Nach solchen Verletzungen ist es ja auch eine Kopfsache, wieder richtig in die Zweikämpfe zu gehen. Aber von Anfang an zeigte Roman Ellensohn das, wofür er geholt wurde, er baute das Spiel auf, hatte die zündenden Ideen und spielte die richtigen Pässe. Den Rheindörflern ging alles irgendwie ein bisschen zu schnell. So kam man zu Chance um Chance.

Nach der wegen Abseits aberkannten Führung durch Ellensohn, spielte dieser nach 2-3 weiteren Hochkarätern, den Lochpass in den Strafraum in den Lauf von Feuerstein. Dieser zirkelte den Ball flach ins lange Eck, der trudelte dann von der Innenstange ins Tor. Die Hochverdiente Führung, die auf dem Rasen und auf den Rängen entsprechend gefeiert wurde. Unser Team steckte nicht wie so oft in der Hinrunde auf sondern spielte weiter nach vorne, kontrollierte das Spiel. Doch mehrere Eckbälle sowie ein Matchball von Feuerstein im Alleingang gegen Nagel konnten nicht verwertet werden.

Höchst? Die waren nur noch durch Weitschüsse oder nach Standards etwas gefährlich. Aber man hatte das Spiel im Griff. In der Nachspielzeit wurde den Gästen von der Heimkurve noch Abschiedsgrüße in Liga 4 übermittelt. Beim Schlusspfiff war die Erleichterung bei Mannschaft wie Fans groß. Nach der Welle auch noch ein "Salzburg wir kommen", das vom Team gleich mitgetragen wurde. Man ist heiß auf den Lieblingsgegner aus der Mozartstadt.

Insgesamt war es eine gute Leistung. Von den Einzelspielern her ist Höchst (trotz deren Ausfällen) auf jeden Fall stärker einzuschätzen als Neumarkt. Mit dem zusätzlichen Ausfall von Altuntas war es dann offensiv trotz allem Engagement zu wenig, etwas Nervosität durch die klare Erwartungshaltung tat in Hz 1 ihr übriges. Gegen die Top Teams geht man allerdings ohne Offensiventlastung vor der Pause in Rückstand. Nach der Pause kam mit Roman Ellensohn die entscheidende Offensivkraft ins Spiel. Es herrschte allgemein viel mehr Bewegung im Team, man schaltete schneller um und spielte am Ende seine Qualität aus. Viele Spieler müssen eben momentan auf nicht angestammten Positionen einspringen und können so nicht Ihr ganzes Potenzial abrufen. Jedoch ist das Kollektiv auf keinem schlechten Niveau. Und mit einem Roman Ellensohn von Anfang an, einem zurückkehrenden Altuntas und laut Eigenaussage unbedingt gegen die Austria spielen wollenden Plattner (kann mir vorstellen, dass dieser Name bei Salzburgern eine gewisse Frustration auslöst) kann man auf jeden Fall einen Punkt in Salzburg mitnehmen.

Was die Kurve beim Match gegen den FC Höchst angeht erspar ich mir jeden Kommentar. Wenigstens steigt die Zahl der Personen, die trotz kollektiver Wirtshausatmosphäre beim Großteil, den Mund aufbringen. Der Anteil letzterer wird auswärts auf jeden Fall ziemlich steigen (MÜSSEN!)

Hier noch ein paar Faktoren für einen Auswärtserfolg bei der Austria. Unser vom Ergebnis her schlechter Auftakt gegen Neumarkt wurde in den Salzburger Medien entsprechend aufgebauscht. Ein 1:0 Erfolg gegen Höchst erscheint auch eher schwach. Die Austria könnte also leicht dazu neigen uns zu unterschätzen.

Auf der anderen Seite verlor die Austria ihr letztes Spiel in St. Johann klar mit 2:0, in den Hinterköpfen der Spieler sitzt noch immer das bittere 5:1 und auch ein gewisser Fluch gegen die Macht vom Bodensee könnte sich an der Salzach eingeschlichen haben.


Psychologischer Vorteil Schwarz-Weiss!

Von den Fans her wird es im Vergleich zu unseren Auftritten in der Bundesliga wohl einer der besseren Auswärtsmobs. Im Vergleich zur Austria nur ein mickriger Haufen, aber auch wir werden unser Team motivieren. Das Team selbst wird sich von der Heimkulisse wohl auch nicht wirklich einschüchtern lassen. Zu gewohnt sind da die alltäglichen Hasstiraden von Restvorarlberg, die sich im Speziellen bei den Hallenmasters zeigen, und auch größere Zuschauermengen sind Alltag.

Zum Abschluss noch ein paar Neuigkeiten beim Verein. Wir haben einen neuen Medienpartner. Vorarlberg Online wird in Zukunft ausführlich über die Bregenzer Spiele in der Regionalliga und den Verein und seine Jugendarbeit berichten. Das ist natürlich im 1. Moment etwas ausgesprochen Positives. Noch positiver wäre es allerdings wenn diese Neuigkeiten ohne Medienpartnerschaft den Weg auf diese Website finden. Neuigkeiten wie neue Sponsoren, ein neuer Obmann etwa. Sich die Medien "einzuverleiben" wenn man selbst keine positiven Schlagzeilen macht steigert eigentlich nur die Abneigung gegen den Hauptstadtklub (oder gegen Vladimir Putin, der hat aber auch einen recht überzeugenden Geheimdienst...). Das macht uns Fans so gesehen nichts aus (mit der Zeit wird das alles zur Gewöhnungssache und verstärkt nur die Liebe zum Verein und den Zusammenhalt), erhöht aber nicht wirklich die Chance neue Geldgeber zu finden um sich endlich eine Basis auf vielen Schultern zu schaffen, auf der man wirtschaftlich und sportlich aufsteigen kann. Man scheint weiter in den Himmel zu schauen und auf den Engel mit dem Geldkoffer zu warten (der in den meisten Fällen einen identitäts- und traditionsraubenden Investor darstellt). Wahrscheinlicher scheint langsam, dass unserem ganzen Verein der Himmel auf den Kopf fällt. Stellt sich die Frage welches der beiden Horrorszenarien wohl schlimmer ist...

Sonntag, 20. März 2011

It's a hard knock life...

TSV Neumarkt - SC Bregenz


"Es ist wieder soweit" stand auf der Stadionpost in Neumarkt. In unserem Fall könnte man meinen, die eklatant schwachen Auswärtsauftritte kehren zurück. Aber abgesehen von der zu hoch ausgefallenen Niederlage und der roten Karte für Altuntas sah man etwas, was so noch nicht wirklich bei einem Auswärtsspiel in Salzburg zu sehen war - Dominanz.


Unser Team kontrollierte die Heimmannschaft in einer Art und Weise, wie es sogar zuhause nicht oft zu sehen war. In der gesamten 1. HZ kam Neumarkt 2 mal gefährlich vor unser Tor, in beiden Fällen waren es Standards. Man hatte nie das Gefühl, dass der Gegner ein Tor schießen könnte. Unsere Jungs hingegen zogen ein gutes Kombinationsspiel auf, es ging vornehmlich über die Aussen Altuntas und Einsle, vorne versuchten Feuerstein und Karahasanovic für Unruhe zu sorgen. Im Strafraum selbst gingen uns allerdings die Ideen aus. Am Ende war es eine Mischung aus fehlender Durchschlagskraft (in Form von fehlenden Stürmern) und Pech. Der geniale Volleyschuss von Sercan Altuntas, der nur die Querlatte traf sei hier nur stellvertretend genannt. Nicht gut getroffene Bälle die knapp am langen Pfosten vorbeikullern oder ein Kopfball nach einer Ecke der nur Knapp übers Tor segelte. Es war wie verhext. Nach ca 30 Minuten gab es vom Schiedsrichter einen Elfmeterpfiff, doch kurz zuvor erhob der Assistent die Fahne, und der Schiedsrichter nahm seine Entscheidung zurück. All das und die dicht gestaffelte Neumarkter Abwehr standen der Führung im Weg. Wenn dann doch mal Platz für unsere Jungs war halfen sich die Salzburger mit teilweise überharten Fouls. Eine Grätsche mit beiden Beinen gestreckt von hinten in Altuntas wurde nur mit Gelb geahndet.


Nach der Pause wurden die Gastgeber allerdings gefährlicher, doch man hatte die Partie weiterhin im griff. Der erste grobe Fehler unserer Abwehr wurde mit dem 1:0 bestraft. Wer die Tore nicht macht, bekommt Sie eben. Nach dem einwerfen von 3 Euro ins Phrasenschwein arbeitete unser Team, sichtlich verunsicherter aber doch, weiter. Dann kam die rote Karte. Von meiner Position leider nicht genau sichtbar, aber vom Schiedsrichter nach Unterredung, nicht als Tätlichkeit ausgelegt. Der Assistent sagte angeblich dem Spieler noch auf dem Platz, dass es keine Absicht von Ihm war. Bleibt dann die Frage, wofür die Rote Karte eigentlich war?! Gelb wäre in diesem Fall mehr als ausreichend gewesen(und dazu erst unsere 1. Karte im ganzen Spiel). Mehr als 1 Spiel Sperre wäre sehr sehr fragwürdig.

Danach gab es noch das Comeback von Pascal Breitenberger. Aber nach dem 2:0 war die Gegenwehr endgültig gebrochen und das kurz darauf folgende 3:0 war der Todesstoß. Die letzten 15 Minuten passierte bis auf einen Lattenkracher der Gastgeber nichts mehr.

Die Ernüchterung direkt nach dem Schlusspfiff war natürlich groß, ist sie auch heute noch. Aber nach den Abgängen und Ausfällen im Offensivbereich reicht es eben in solchen Spielen (noch) nicht um zu punkten. Lattentreffer, der nicht gegebene Elfmeter und die beim Gegner nicht und bei uns gezeigte Rote Karte sind auch nicht gerade förderlich. Die 1. Hz und die gezeigte Leistung geben allerdings Grund genug positiv auf die nächsten Spiele zu blicken. Und um einen kurzen Vergleich mit der Hinrunde zu wagen: 2 Niederlagen und ein Sieg sind unterm Strich genausoviel wert wie 3 unglücklich zustandekommende Unentschieden nach Führung. Bei welchem Szenario allerdings die Moral mehr leidet haben wir im Herbst schmerzlich erfahren.

Mladen Posavec hat eine gute Philosophie, und noch wichtiger, er weiss wie er sie an die Spieler transportieren muss. Und sie kommt an. Wir werden in dieser Rückrunde wohl nicht auf einmal anfangen ausserhalb von Vorarlberg laufend zu Punkten, das haben wir noch nie. Aber unser eigenes Spiel aufzuziehen und gegen die "kleinen" auch auswärts das Heft in die Hand zu nehmen, das war zuvor in dieser Form nicht zu sehen. Letztes Jahr haben wir fast in Bestbesetzung glücklich gegen uns dominierende Neumarkter dank einem Treffer in der Nachspielzeit 2:1 gewonnen. Dieses Jahr spielen wir Sie ohne Stürmer und allgemein mit vielen Ausfällen eine Halbzeit lang an die Wand und erst eine Rote Karte besiegelt unsere Niederlage, die am Ende sicher um zumindest ein Tor zu hoch ausgefallen ist.


Natürlich, davon kann man sich jetzt noch nichts kaufen, aber der vom neuen Trainer beschrittene Weg ist erkennbar, und weiss auch spielerisch zu gefallen. Ob unsere gute erste Halbzeit in Neumarkt ein nur Ausreißer nach oben war, der dank eines schwachen Gegners möglich war, wird man nächsten Samstag gegen Höchst sehen, denen man mit einem Sieg wohl schon leise Adieu in Richtung Liga 4 sagen kann. Ich glaube wir können schon genug Taschentücher zum winken mitnehmen ;)


Fantechnisch war zu Beginn der Vorbereitung dieses Spiel für einige noch ein Fixtermin. Doch je näher das Spiel kam, desto mehr rückte es für viele in den Hintergrund, dazu kommen noch kurzfristige Arbeit und Krankheit. Aber trotzdem, es bleibt im Gesamten immer noch ein Armutszeugnis für die Szene wenn gerade mal einer auswärts fährt. Jedoch konnte man Stammgäste in Form von 2 Innsbrucker Studenten und unserem selbst angereisten Fotografen begrüßen. Auch 2 Vorstandsmitglieder per Mannschaftsbus mit von der Partie. Bei der traurigen Zuschauerzahl von gerade mal 100 stellte man zumindest prozentuell einen netten Anteil *gg* Die nächste Auswärtsfahrt zur Salzburger Austria wird allerdings qualitativ wie quantitativ eine erhebliche Steigerung. Solltet ihr selbst Interesse haben einem Auswärtsspiel beizuwohnen muss das nicht auf eigene Faust passieren. Eine kurze Nachfrage im Stadion reicht, irgendjemand ist immer unterwegs!



In der letzten Woche konnte man in den VN eine Vorschau auf die Rückrunde der Regionalliga entdecken und sehen was sich in den Klubs so getan hat. Der von Dornbirn Pressesprecher Thomas Knobel verfasste Artikel über unseren Klub, dem bei diesem Autor naturgemäß mit etwas Vorsicht zu begegnen ist, öffnet mit der Schlagzeile "Neuer Klub-Boss wird gesucht". Das Ziel des 6 köpfigen Kuratoriums sei eine schnelle Lösung. Nun ja, von schnell kann ja nicht mehr die Rede sein. Der Rücktritt von Harald Petermichl datiert vom 28. September 2010. 173 Tage bereits ohne Obmann. Wie kann man da noch von einer schnellen Lösung sprechen? Es liegt im Interesse aller, dass eine gute Lösung gefunden wird, mit der wir langfristig unsere Ziele erreichen können. Doch die Besorgnis und die Zweifel steigen, nur über Gerüchte erfährt man von potenziellen neuen Kandidaten und den Verhandlungen.

Dass nicht jedes Detail veröffentlicht wird versteht sich von selbst. Aber wie kann man sich über die teils verzweifelte und wütende Kritik(unteranderem im Forum) wundern, wenn gleichzeitig keine Nachrichten über den Fortschritt der Verhandlungen und damit über die Zukunft des Vereins publik gemacht werden. In unserem Stadion sitzen eben keine 1000 Ja - Sager die jeder Entscheidung blind vertrauen. Dafür halten wir dem Klub aber auch die Treue, und von dieser Treue lebt der Verein, speziell in den unteren Regionen und in schweren Zeiten. Die mindestens 500 Leute die bei jedem Heimspiel anwesend sind haben ein Recht auf Information, haben ein Recht sich zu beschweren, haben ein Recht Ihren Sorgen um die ungewisse Zukunft des Klubs Luft zu machen. Ich spreche hier nicht von wütenden Anfeindungen oder rein emotionalen Ausbrüchen(dass komplett emotionslose Kritik von Leuten die mit dem Herz am Verein hängen nicht erwartet werden kann, liegt in der Natur der Sache) Aber sollte aus unserem Stadion jede Kritik verschwinden ist der Verein de facto tot. Also liebe Vereinsführung, freut euch dass unser Verein noch lebt und nehmt diese Kritik so auf wie sie gemeint ist, als Ausdruck von Sorge. Wir alle würden gerne Neuigkeiten hören, die unsere Sorgen in diesem Fall unbegründet werden lassen.









Alle zum Heimauftakt gegen Höchst!

Mittwoch, 16. März 2011

Winterpausenreport - Teil 2

Nach dem Spiel gegen den Dornbirner SV ging es ab ins Fürstentum zum USV Eschen/Mauren. Die klaffende Lücke in der Offensive wurde heute durch Samir Karahasanovic als einzige Spitze und dem 1b Spieler Amar Dzanic, der etwas zurückgezogen agierte, ausgefüllt. Ausserdem fehlten Yilmaz, Platter, Ellensohn und Breitenberger(der allerdings bereits hinter dem Platz seine Runden drehte) verletzungsbedingt, Zivanovic und Grabherr waren abwesend.

Das Spiel begann flott, unser Team zeigte einige tolle Kombinationen, schnell und flüssig ging es vors gegnerische Tor, doch der letzte Zug zum eben genannten und die Kaltschnäuzigkeit fehlten leider. Auch die Liechtensteiner, selbst in der 3. höchsten Leistungsstufe der Schweiz im Einsatz, zeigten Offensivqualitäten. Zwar etwas gefährlicher als wir, jedoch um nichts erfolgreicher. Auch wenn sich Kevin Tschofen in einigen Situationen auszeichnen musste und mindestens 2 hunderprozentige Einschussmöglichkeiten vereitelte. So ging es auch Torlos in die Pause. Im Eschener Klubheim sah man neben ein paar wenigen mitgereisten Bregenzern auch einen alten Bekannten in Form von Matthias Barandun, der zu den Eschenern wechselte, im Moment aber ausser Gefecht ist. Mit einem frischen Mohren eingedeckt (Tja, im Fürstentum ist man in dieser Hinsicht schon um einiges weiter als an den Oberländer Fussballplätzen ;) ) ging es in die 2. Halbzeit, und diese begann gleich recht unangenehm.


Ein Elfmeter den man geben kann, aber sicher nicht muss, wurde von den Gastgebern direkt nach der Pause verwandelt. Kurz darauf ein schöner Lochpass und frei vor Tschofen schießen die Eschener zum 2:0 ein. Diese Phase ist von Unkonzentriertheiten geprägt, blöde Fehler im Aufbauspiel. Doch die Trotzreaktion lässt nicht lange auf sich warten. Ohne echten Stürmer auf dem Platz wird der USV in die eigene Hälfte gedrängt, hierbei das Highlight wohl eine Ecken Serie. Doch das Tor wollte und wollte nicht fallen. Zumindest nicht in des Gegners Platzhälfte. Ein Wunderbar geschossener Freistoss zum 3:0 war der Schlusspunkt in der Partie. Erwähnenswert noch die in der 2. Hz eingewechselten 1b Spieler, Schröcker und Kilizer, die ihren Job gut machten, der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Tim Lingg und Testspieler Uverdan da Silva, der eine Woche bereits mittrainierte, dank den Transferbestimmungen in den Amateurligen aber nicht mehr verpflichtet werden darf. Man sah ihm die fehlende Spielpraxis an, und es waren auch sonst einige Fehler da. Aber trotzdem wären wir wohl um jede Offensivkraft froh gewesen.

Unterm Strich bleiben gute Ansätze, und wie die Vergangenheit so oft gezeigt hat reichen diese auch in der Vorbereitung. Fantechnisch waren 2 höchst motivierte Aktive am Werk und nach etwas pyrotechnischer Unterstützung zum Einlauf wurde das Liedmaterial fleißig wiedergegeben, was auch die Liechtensteiner etwas zu motivieren schien. Deren Torjubel und sonstige Klatscheinlagen waren wohl um einiges lauter als bei anderen Testspielen. Mit einigen(nicht ganz ernstgemeinten) Demokratieforderungen und anderen Unmutsbekundungen in Richtung des in Sichtweite befindlichen Fürstlichen Regierungssitzes verabschiedete man sich aus dem Fürstentum. USV Eschen/Mauren - SC Bregenz 3:0


Das folgende Testspiel wurde kurzfristig verschoben und so leider von keinem Aktiven verfolgt, was man von Spielern und Trainer aber hörte zeigte das Team eine gute Leistung, kassierte aber 2 blöde Gegentore. Auf jeden Fall schien der positive Trend fortgesetzt. SC Röthis - SC Bregenz 2:3


Die Vorfreude auf das letzte Testspiel im heimischen Stadion gegen Feldkirch war von vornherein etwas getrübt, nachdem Anfang der Woche vollkommen unerwartet der Gründer des Nachfolgevereins und dessen erster Obmann Wolfgang Glatz im Alter von 64 Jahren verstarb. Oft diskutierte man miteinander, bei manchen Themen war man einer Meinung, bei anderen nicht. Aber unterm Strich ging es uns allen um das Wohl des Bregenzer Fussballs, der in seiner heutigen Form ohne einen Wolfgang Glatz nicht an dieser Stelle stehen würde. Auf diesem Weg wollen wir, im Namen der gesamten Bregenzer Fanszene, den Hinterbliebenen unser tiefstes Beleid ausdrücken.

Zu Beginn des Spiels gegen Feldkirch wurde von unserer Seite eine inoffizielle Schweigeminute abgehalten und das Spruchband "R.I.P. Wolfgang Glatz" präsentiert, die Mannschaft lief mit Trauerflor auf.

Das Spiel begann etwas zerfahren. Man erzeugte Offensivdruck, kam zu ersten Torchancen, jedoch sah sich auch unsere Defensive das ein oder andere mal mit Unterzahlsituationen konfrontiert, die es in dieser Form nicht geben dürfte. Der Torerfolg blieb hüben wie drüben verwehrt. Gerade in einer starken Bregenzer Phase fiel dann das Tor für Feldkirch. Bis zur Pause ging nicht mehr allzu viel. Nach dem Wechsel dann gleich das 0:2 mit einem schönen Lupfer von der Strafraumgrenze. Nach 5 Minuten Schockzustand kam allerdings die Reaktion unserer Mannschaft. Feldkirch, mit dem Ex-Bregenzer Plut als Abwehrchef, wurde hinten reingedrängt, wir erspielten uns Chance um Chance und dann war es Sercan Altuntas nach einem schönen Pass in die Gasse, der den Feldkircher Schlussmann ein erstes mal bezwang. Abgesehn von ein paar größtenteils ungefährlichen Konterchancen ging es nur noch in eine Richtung, und dann war es Vorbereitungsgoalgetter Marco Feuerstein der nach einer Ecke "im Weg stand" und mit einem Kopfballtorpedo ins kurze Eck traf. Der anschließende Brummschädel war ein angenehmes Übel. Im Anschluss drängte unser Team auf den Siegtreffer, der sollte aber nicht mehr fallen.


Fantechnisch gesehen war das große Warmsingen angesagt. knapp 20 Leute im Fanblock gaben von Anfang an vollgas, man sah allen an wie sehr es uns die letzten 4 Monate fehlte. Ein, zwei neue Lieder konnten auch das erste mal mit dem harten Kern einstudiert werden. In der 2. Hz war die Stimmung zwar eher beim Bierstand zuhause aber es war unterm Strich doch ein gutes Auftritt für den Start in die Rückrunde. SC Bregenz - BW Feldkirch 2:2


Was bleibt nach diesem letzten Test nun übrig? Die Mannschaft zeigt noch Schwächen in der Defensive, Offensiv läuft es auch ohne Stürmer immer besser(Auch wenn Plattner Anfang dieser Woche wieder ins Training eingestiegen ist), von den wichtigen Einzelspielern weg konzentriert sich alles mehr aufs Kollektiv. Die ins kalte Wasser geworfenen 1b Spieler bekommen ihre Chance, und konnten sie teilweise schon nutzen. Dazu stimmt die Moral in der Mannschaft. Alles richtet sich auf nächste Saison aus. Aber in dieser Mannschaft steckt auch jetzt schon genug Qualität um dem ein oder anderen "Großen" ein Bein zu stellen. Nach den ersten Pflichtspielen im neuen Jahr werden wir wohl alle etwas schlauer sein!

Alle ab nach Neumarkt!




Dienstag, 22. Februar 2011

Die Glühweinsaison ist angelaufen

Winterpausen Report - Teil 1

Nachdem das Testspiel gegen den FC Wil in der Schweiz abgesagt wurde, startete unsere Vorbereitung also mit dem Spiel in Altach gegen den unterklassigen SV Lochau. Bei den Lochauern war ein alter Bekannter zu sehen, Volkan Özgün, seines Zeichens Stürmer nach der Neugründung, der mit einem unvergesslichen Flugkopfballtor in Schruns den entscheidenden Treffer zum Aufstieg erzielte.

Das Spiel war im Vergleich zu dieser wärmenden Errinerung eher auf Tiefkühlniveau. Erste gute Ansätze zeigten sich genauso wie erhebliche Schwächen in der Hintermannschaft. So ging man auch 2 mal in Rückstand, kämpfte sich aber jeweils züruck und Marco Feuerstein erzielte jeweils den Ausgleich. Nach der um einiges stärkeren 2. Halbzeit wäre auch ein Sieg keineswegs unverdient gewesen. Endstand gegen den SV Lochau 2:2


Nachdem die Lustenauer Austria das Testspiel gegen uns absagte, aufgrund von zahlreichen Verletzungen ihrerseits(dass gleichzeitig in unserem Team 5 Stammkräfte fehlten, wurde keinerlei Bedeutung beigemessen), wurde kurzfristig mit dem FC Hard ein würdiger Ersatz gefunden. Einige der Anwesenden munkelten ja, dass die Austria sich nach der Niederlage gegen die Harder nicht auch noch gegen ersatzgeschwächte Bregenzer blamieren wollte.

Das Spiel hatte ein gutes Tempo. Obwohl nur mit einem echten Stürmer im Kader waren auch gute Offensivaktionen zu sehen, doch der letzte Druck aufs Tor fehlte dann doch. Das fehlen von Plattner, Karahasanovic, Lingg, Fleisch, Breitenberger und Tschofen zeigte doch seine Auswirkungen. Nach ein paar tollen Aktionen war dann auch der Einsatz von Neuerwerbung Ellensohn vorüber. Mit einem Schlüsselbeinbruch gesellt sich ein weiterer Verletzter zum Kader des Invaliden Sport Club Bregenz...
Sein Ersatz, ein junger 1b Spieler erzielte dann völlig frei per Kopf das 1:0. Später fiel dann der verdiente Ausgleich, nach mehreren Wechseln konnte man unterm Strich mit dem 1:1 sehr zufrieden sein. Endstand gegen den FC Hard 1:1


Als nächstes stand das Stadtderby gegen die Viktoria auf dem Programm. Geradezu bezeichnend für den Stellenwert, den Fussball in der Landeshauptstadt hat, wurde das Spiel in Hard ausgetragen. Der alte Bregenzer Kunstrasenplatz hat seine beste Zeit mehr als nur hinter sich. Das zeigte sich nicht zuletzt auch an der bösen Rückenprellung die sich Jemba Akyildiz vor etwas mehr als einem Jahr zuzog, als er nach einem Zweikampf auf den steinharten Boden knallte. Es wird langsam mal Zeit auch wieder etwas in die Zukunft der Fussballs zu investieren. Durch den alten Kunstrasen bzw. den bereits verbauten Untergrund lässt sich viel Geld sparen, abgesehen davon lässt sich durch Platzmieten der Aufwand in kürzester Zeit wieder einholen. Genug davon, zurück zum Spiel. Das spielte sich bei uns vorallem in der eigenen Hälfte ab. Zu wenig Bewegung im Mittelfeld, keinerlei Anspielstationen, es war nicht schön anzusehn. Und so war der Führungstreffer für die Viktoria die logische Konsequenz. Nach der Pause wurde allerdings umgestellt, das Spiel wurde besser, die Chancen zahlreicher und der verdiente Ausgleich fiel auch. Danach noch weitere guten Chancen auf beiden Seiten, jedoch klare Vorteile und mehrere Möglichkeiten auf den Siegtreffer für uns. Endstand gegen die Viktoria 1:1, man konnte auf diese Leistung auf jeden Fall aufbauen.

Nun folge ein kleines Highlight der bisherigen Vorbereitung, wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne. Das Testspiel gegen die erste Mannschaft des SCR Altach stand auf dem Programm. Schon mehr als einen Monat vorher wurde man von der Behörde danach befragt, Verwirrung auf allen Seiten. Altach?! Testspiel?! na wenn sie meinen. Selbst nachdem das Spiel in das Schnabelholz Stadion verlegt wurde, kam keine richtige Motiviation auf, so war man dann mit 4 Aktiven vor Ort. Und man sollte eine gehörige Überraschung erleben. Der Eintritt zum normalen Zugang wurde uns verwehrt, mit Hinweis auf den Gästesektor. Etwas ungläubig ging man durch das geöffnete Tor, Bewirtschaftung war vor Ort, inklusive 5 Zivilpolizisten und ca 15 Ordnern im ganzen Stadion. Man rechnete mit 50 Gästefans, selbst nach der Verkündung, dass keiner mehr kommen wird hörte man nur ein "die kommen schon noch". Befreundete Groundhopper berichteten zusätzlich noch von patroullierenden Polizeiautos in Bahnhofsnähe und man sah einige Ausdrucke von hochauflösenden Fotos der in Betrieb genommenen Überwachungskameras! Für das Archiv, wie man uns mitteilte. Realer Irrsinn... Das Spiel beginnt, 4 Personen im Gästesektor, der Mann vom Catering sperrt zu, und mit dem Halbzeitpfiff siegte auch bei der Staatsmacht die "Vernunft" und man lies uns im normalen Zuschauerraum dem Spiel beiwohnen. Das Spiel war im übrigen etwas zerfahren, nicht wirklich was für Fussball Gourmets, aber das ist eben die Vorbereitung, so richtig gefährlich kam Altach nicht vor unser Tor und wenn es bei uns mal schnell ging war es auch gefährlich, wie zb der Heber an den Pfosten von Buri Yilmaz. Einzig die teilweise dummen Fehler im Aufbauspiel sind abzustellen, das war oft zu leichtfertig. Man hielt allerdings gut dagegen, und so kam Altach zwar verdient, aber doch nur schwerfällig zu einem 2:0 Sieg dank 2 später Tore. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings unser einziger nomineller Stürmer schon ausgewechselt und einige 1b Spieler am Zug. Endstand gegen Altach 0:2


Zuletzt noch zum gestrigen Spiel gegen den DSV. Die Dornbirner operierten aus einer massiven Defensive heraus, und griffen kurz vor der Mittellinie an. Unsere Mannschaft glänzte vorallem durch Ballbesitz, meistens viel Bewegung und Positionswechsel, und lies keine echte Gefahr für unser Tor zu. Nach vorne ging es vorallem über die Flügel, aber die Anzahl von sinnlosen hohen, weiten Bällen nach vorne war gering. Unser gutes Kollektiv zeigte stets seine Qualität, war spielerisch drückend überlegen. Die Chancen die wir hatten wurden aber vergeben. Dornbirn war nur einmal nach einem Eckball wirklich gefährlich. In der 2. Halbzeit bekamen wir, je länger das Spiel andauerte etwas mehr Platz zum kombinieren. Einige wunderschöne Kombinationen wurden gezeigt, und das Spiel verlagerte sich mehr und mehr in die gegnerische Hälfte. Die Tore für uns fielen allerdings erst recht spät, ein etwas glücklich versenkter Ball nach einer scharfen hereingabe von rechts und ein echtes Traumtor von Marco Feuerstein, ein von ausserhalb des Strafraums wunderbar gezirkelter Ball, der direkt ins Kreuzeck passte. Nach einigen Wechseln kam zwar in der Schlussphase noch etwas Unordnung in die Defensive, aber unterm Strich gab es keine echte Gefahr für unser Tor. Endstand gegen den Dornbirner SV 2:0


Man sieht die Weiterentwicklung unseres Teams in jedem Spiel. Jede Woche funktioniert das Zusammenspiel wieder etwas besser. Mladen Posavec hat schon als 1b Trainer bewiesen, dass er trotz vieler Verletzungen oder Abwesenheit aus Einzelspielern eine funktionierende Mannschaft formen kann. Er verfolgt seine Philosophie weiterhin, setzt auf das Kollektiv, und die Spieler gehen den Weg mit. Das Spiel gegen den USV Eschen/Mauren in Liechtenstein kann schon als erster Gradmesser gesehen werden. Kommt vorbei und seht euch an in welchem Zustand unser Team ist. Es ist zwar nur die Vorbereitung, aber so bekommt man eine gute Idee was uns im Frühjahr erwartet.




Noch ein paar Neuigkeiten was das Vereinsleben angeht.
Die Bewirtschaftung des Klubheims wurde von den bisherigen Betreibern abgegeben, da angeblich die vereinbarten Summen nicht bezahlt wurden. Es ist sehr bedauerlich um Herlinde und Herbert, die immer mit sehr viel Einsatz Leben ins neue Klubheim gebracht haben und es erst dadurch zu einer neuen Heimat gemacht haben. Danke von unserer Stelle in Namen aller Fans, Spieler, Eltern und Verantwortlichen. Den Verlust dieser Personen wird man noch länger spüren, stellt sich die Frage ob das allen im Verein klar war/ist. Auf unserer Website war von dieser Veränderung noch nichts zu lesen.


Richtigstellung:


Das Ende der Bewirtschaftung des neuen Klubheims von Herbert und Herlinde kam nicht durch ausgesetzte Zahlungen von Seiten des Vereins zustande, sondern von den Beiden selbst. Die oben genannten Vorwürfe sind somit entkräftet. Danke für die schnelle, offizielle Stellungnahme.

Apropo Website: im Forum hat sich inzwischen eine rege Diskussion zu den allgemeinen Problemen im Verein gebildet. Anstatt das ganze Pulver virtuell zu verschießen bitte ich darum, dass alle mit unbeantworteten Fragen bei der JHV auf die Antwort eben dieser pochen. Hoffen wir, dass in naher Zukunft ein Termin dafür fest steht.

Last but not least: Wir feierten am 21. Jänner 2011 unser 6 jähriges Bestehen mit einer Feier im neuen Klubheim. Mitglieder aller Fanklubs waren anwesend, es war ein wunderbares Zeichen der gegenseitigen Solidarität und des Zusammenhalts, auf dem Weg den wir in den nächsten Jahren weitergehen wollen. Danke an alle Anwesenden, das Fest hat die Winterpause um ein gutes Stück erträglicher gemacht!